Die Wahl der richtigen Rechtsform

Entscheidend, da grundlegend und wegweisend: die Rechtsformwahl. Dabei ist es gerade zu Beginn der Entschlussfassung oft schwierig einen Überblick über Vor- und Nachteile sowie generell über die Möglichkeiten zu bekommen. Zeit- und Kostendruck tun ihr übriges. Diese grundsätzlichen Überlegungen kann man als Existenzgründer aber nicht abgeben, denn wesentliche Entscheidungen und Wahlmöglichkeiten muss man selbst bewusst treffen.

Die optimale Gesellschaftsform

Die optimale, beste Gesellschaftsform an sich gibt es nicht. Die wird es auch nur selten oder vorübergehend im Einzelfall geben. Denn im Geschäftsalltag können sich Situationen (Kapitalbedarf, Haftung, Steuern, Beteiligungen, Tod, Übernahmeversuch, ...) oft schnell und unerwartet ergeben. Hier im Vorfeld alle Eventualitäten optimal abzusichern ist schon aus Planungsmangel kaum möglich. Es gilt daher für und wider sorgfältig abzuwägen und sich dann von einem oder mehreren Experten (am besten aus steuer- und rechtlicher Sicht) beraten zu lassen.
Im Folgenden seien Aspekte mit Erläuterungen genannt.

Haftung - Haftungsbeschränkung

Personengesellschaften wie Einzelunternehmen, GbR, OHG bergen immer das Risiko mit dem gesamten Vermögen (auch dem Privatvermögen) haften zu müssen. Kompletter finanzieller Ruin ist möglich. Kapitalgesellschaften wie die GmbH oder in diesem Fall auch die GmbH & Co. KG begrenzen die Haftung im Normalfall nach außen auf das Kapital der Gesellschaft.
Das klingt im ersten Moment gut, aber die Gründungskosten und -hürden sind höhe, laufende Pflichten wie Bilanzierung, Buchführung ebenso. Zudem reicht das allein als Haftung oder Sicherheit selten aus. Lieferanten, Banken werden persönliche Bürgschaften zur Absicherungen fordern. Wie beurteilen Sie realisitisch das Haftungsrisiko?

Kapitalbedarf

Benötigen Sie mehrere "Schultern" in Form von Gesellschaftern oder Beteiligten, die auch mehr Kapital in die Gesellschaft mitbringen, bieten sich offene und verdeckte Lösungen an, bei denen solche Anteile eher leicht übertragbar sind.

Altersvorsorge

Denken Sie auch einen Schritt weiter. Als Selbständiger müssen Sie in der Regel selbst für Ihr Alter vorsorgen. Womöglich bietet sich hier eine Arbeitnehmerstellung als Geschäftsführer in einer GmbH an. Die gesetzliche Rentenversicherung würde so womöglich weiter greifen.

Steuervorteile

Ganz wesentlich neben den laufenden Fixkosten durch Bürokratie und sonstigen nicht wertschöpfenden Tätigkeiten ist die steuerliche Situation. Bedenken Sie die Gewerbesteuerbelastung je nach Hebesatz, von der etwa ein Gesellschafter-Geschäftsführer-Gehalt abzugsfähig ist. Auch hier spielen Pensionszusagen und weitere Aspekte eine Rolle, so dass regelmäßig zwingend fachlicher Rat einzuholen ist.

Zu guter letzt

Lassen Sie den Kopf nicht hängen, eine einmal mit guten Gründen getroffene Rechtformwahl hatte zum Entscheidungszeitpunkt seine Berechtigung. Auch sind Umwandlungen fast jederzeit möglich. Lassen Sie sich also nicht entmutigen. Viel Glück bei Ihrer Rechtsformwahl.

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